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Hedging im Stromeinkauf - Chance in volatilen Märkten





Ein Fachbeitrag von Urs Neuhöffer,
Geschäftsführer der succedo Unternehmensberatung

Viele Einkäufer stehen vor einer unangenehmen Situation: Kannten die Strompreise der letzten Jahre nur eine Richtung - nämlich die nach unten - so hat sich der Trend für Beschaffungen seit Februar 2016 umgekehrt.
Auch wenn heute noch fast alle Unternehmen im laufenden Jahr von den günstigen Preisen der Vergangenheit profitieren (häufig im Bereich 2,5 bis 3,5 Cent je kWh), so drohen beim Neuabschluss für die Frontjahre 2019 und ff. Preissteigerungen auf 5,5 bis 6,0 Cent je kWh. 

Grund: Die Lieferanten geben die gestiegenen Beschaffungskosten an die Kunden weiter.


Abbildung: Strompreisentwicklung der letzten 14 Monate am Beispiel 2019 base year (cal-19)

















Wie auf steigende Preise reagieren ?

Nun wäre eine Möglichkeit, das Problem einfach auszusitzen und darauf zu hoffen, dass die seit 2016 stetig steigenden Börsenpreise schon wieder nachgeben werden. Eine riskante Strategie, denn nicht nur der langfristige Trend zeigt in Richtung 7 Cent je kWh (also 70 EUR je MWh), auch die Fundamentaldaten sprechen für ein weiterhin hohes und gleichzeitig sehr volatiles Preisniveau. Abwarten scheint also nicht die beste der Möglichkeiten zu sein. Andersherum können Unternehmen aber mittlerweile auch bekannte Methoden aus der Währungsabsicherung nutzen: Das Hedging von Preisen. Konkret der Strompreise. 

Dafür ist natürlich ein entsprechendes Beschaffungsmodell notwendig, dass allerdings nicht viele Anbieter im Portfolio haben: 

Die dynamische Energiebeschaffung mit der Option, einmal gekaufte (Teil-) Mengen auch wieder zu verkaufen.
Ganz konkret können Einkäufer mit diesem Modell heute ein Preissicherungsgeschäft auf Basis des gegenwärtigen Börsenpreisniveaus abschließen. In weiter steigenden Märkten ist dies sowieso sinnvoll und hat keine Nachteile. Das weiter unten verfügbare Video zeigt diesen Prozess. Hier wird beispielhaft im August 2018 für 4,640 Cent je kWh eingekauft.

Für den Fall, dass der Börsenpreis nach einigen Wochen oder Monaten anhaltender Hausse in einen Bärenmarkt, also fallende Preise, schwenkt, ist das Mittel der Wahl die aus dem Wertpapiergeschäft bekannte Stopp-Loss-Order (SLO): Man setzt direkt nach Abschluss des Preissicherungsgeschäftes eine SLO, die nur geringfügig über dem erzielten Einstandspreis liegt. Für unseren Fall bei 4,7 Cent je kWh. Im Idealfall sollte der beauftragte Energielieferant die Einrichtung einer SLO mit integrierter Preisüberwachung anbieten. Nähert sich bzw. erreicht der fallende Börsenpreis die SLO-Grenze, so erfolgt ein Verkauf der gehedgten Menge zum Tageskurs. In unserem Beispiel für 4,712 Cent je kWh. In diesem Fall entsteht ein kleiner Spekulationsgewinn in Höhe von 0,072 Cent je kWh (4,712 ./. 4,640 Cent / kWh).


Sollte der unwahrscheinliche Fall eintreten, dass nach dem Verkauf die Kurse unvermittelt wieder anziehen, so erfolgt eine erneute und sehr kurzfristige Eindeckung auf dem Preisniveau +/- 4,7 Cent. Das wäre ein Nullsummenspiel - der zuvor erzielte Spekulationsgewinn dient dabei als Puffer. Für den aber erwarteten weiterhin bearish verlaufenden Kursverlauf heißt es abwarten und mittels eines zweiten Werkzeugs die möglicherweise einsetzende Trendumkehr zu beobachten (also ein gesetztes Limit, welches den relativen Preisabstand einer steigenden Preiskurve detektiert und dann Alarm schlägt, wenn nach einer Trendumkehr eine vorgegebene Steigerung erreicht wurde). Dies ist der Zeitpunkt der erneuten Eindeckung - zu günstigeren Konditionen als die erste Eindeckung / des Preissicherungsgeschäftes.
Alternativ wird gekauft, wenn die sinkende Preiskurve einen individuell vorgegebenen Zielwert erreicht hat.

Mit dieser Methode behandeln gewerbliche Letztverbraucher den Stromeinkauf ganz ähnlich den gewohnten Maßnahmen zur Absicherung von Währungsrisiken oder sonstiger Commodities bzw. Rohstoffen, welche volatilen Preisen unterliegen.


Zusammengefasst können Unternehmen mit minimierten Risiken hohe Potenziale gewinnen und trotzdem ihre Strombeschaffung zu "Festpreisen" absichern. Zudem ist das Vorgehen mit einem niedrigen Zeitaufwand verbunden.


Gerne beraten wir Sie individuell über die Möglichkeiten, mit Preis-Hedging von der gegenwärtigen Preisentwicklung zu profitieren.


Video zum Thema