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Hintergrund: Die Energiebörsen EEX und EPEX

Für den Energiehandel gibt es zwei relevante Börsen: Den Terminmarkt in Leipzig (EEX) und den Spotmarkt in Paris (EPEX). Für eine strukturierte Strombeschaffung bietet sich an, den Baseloadbereich, also die Strommenge die an jeden Tag in der Woche mindestens verbraucht wird (Pmin/konstante Leistung), über ein sogenanntes Band an der Terminmarktbörse zu kaufen. Etwa für einen bestimmten Monat, ein Quartal oder auch ein ganzes Jahr. Natürlich nur dann, wenn der Preis attraktiv ist. Vorteil: Das kann auch ein oder mehrere Jahre im voraus passieren. Die verbleibende Restmenge, die sogenannte Residualmenge, wird dann automatisch über den Spotmarkt zu Tageskursen abgerechnet. Im Oktober 2017 (12.10.2017) beispielsweise notierte der Terminmarkt für das Jahr 2018 (base) bei ca. 3,6 Cent je Kilowattstunde. Der Durchschnittspreis am Spotmarkt im gesamten Januar 2018 lag bei 2,121 Cent (01.01. - 31.01.2018).  Die Differenz beträgt also rund 1,5 Cent je Kilowattstunde für den Grundlastbereich. Übrigens wird am Spotmarkt jede einzelne Stunde des Tages auch einzeln bepreist. Es gibt also 24 Preisnotierungen pro Tag.Die vorgenannten 2,121 Cent stellen den linearen Durchschnittspreis über alle Einzelpreise dar.

Und der Spotmarkt kennt noch ein ganz besonderes Phänomen: Preise unter 0 EUR bzw. unter 0 Cent je Kilowattstunde. Woher kommt das ? Das ist relativ schnell erklärt. Wie in jedem Markt bestimmen Angebot und Nachfrage den Preis. Mit der Besonderheit, dass Strom so wie er zur Verfügung steht auch verbraucht werden muss. Man kann also aus Produzentensicht vereinfacht gesagt Strom bei Missfallen des Spot-Börsenpreises nicht zurück ins Lager legen. Das führt dazu, dass bei einem Überangebot von Strom der Preis sogar ins Negative drehen kann. Das Überangebot entsteht häufig dadurch, dass bspw. am Wochenende die erneuerbaren Energie viel produzieren (Wind, Photovoltaik) und die Industrie als relevanter Abnehmer in vielen Bereich wegfällt. So entstehen Preise, die nicht selten bei -1, -2 oder auch -6 Cent je Kilowattstunde liegen. Der Abnehmer von Strom erhält also Geld für den Verbrauch anstatt wie üblich dafür zu bezahlen.